Tradition trifft auf Moderne
Tradition trifft auf Moderne
Wo könnte man besser hervorragende, traditionell hergestellte Weine in direktem Vergleich mit Weinen, die nach modernen Ausbaumethoden hergestellt wurden vergleichen, als beim legendären Weingut Heinrich Männle in Durbach-Sendelbach?

Das älteste Durbacher Weingut und damit selbstredend eines der ältesten Badens wird seit 1456 ununterbrochen von der Familie Diener/Männle bewirtschaftet. Bis vor Kurzem prägte der mittlerweile 93 jährige Heinrich Männle in Zusammenarbeit mit seiner Tochter Silvia Männle die
Stilistik der Männle-Weine und erzielte hierfür national und international die höchsten Auszeichnungen. Zahlreiche Goldmedallien sowie Ehrenpreise bei ebenso zahlreichen Wettbewerben wie z.B. DLG-Bundes- und Landes- Weinprämierungen, über Gold und Silber bei AWC Vienna bis hin
zu Top-Bewertungen bei Gault Millau, Feinschmecker und falstaff bescherten dem „Rotwein- Männle“ über Jahrzehnte einen festen Platz unter den Top Weingütern Deutschlands.
Mittlerweile betritt mit Max Männle die 23. Generation die Bühne und ist bestrebt, nicht nur in die großen Fußstapfen seines Großvaters zu treten, sondern auch eigen Spuren auf eigenen Wegen zu hinterlassen.

Um dies vor Ort genauer begutachten zu können, trafen sich 35 Ortenauer Weinbrüder- und Schwestern am Freitag, 23.10.2026 zur Weinprobe im Weingut Heinrich Männle.
Silvia Männle eröffnete den Abend mit einer einleitenden Begrüßung und einem Schreurebe Brut Sekt. In seiner Begrüßung stimmte Ordenskanzler Klaus-Peter Mungenast die Anwesenden auf einen
spannenden Abend ein.
Im Rahmen der folgenden Kellerführung durfte auch der imposante Granit Gewölbekeller in dem ein Großteil der Weine in Holzfässern ihre Reife erfährt, besichtigt werden.
In der nicht minder imposanten Verkostungsstube übernahm dann Max Männle die kundige Leitung der anschließenden Weinprobe. Max befindet sich in der Endphase seines Studiums der Weintechnologie an der LVWO Weinsberg. Der Betriebsübergang soll unter den wachsamen Augen von Mutter Silvia Männle sukzessive erfolgen, bevor Max dann nach Abschluss seines Studiums die volle Verantwortung über das Weingut und den Ausbau der Weine übernimmt. Die letzten zwei Jahrgänge tragen bereits deutlich seine Handschrift.
Frank Palmer präsentierte ausgewählte Käsevariationen der Fa. Scheer als harmonische Weinbegleiter.
In der Folge wurden Stilistiken unterschiedlicher Jahrgänge, auf der einen Seite geprägt vom Opa Männle, auf der anderen Seite vom Enkel Männle verkostet. Den Anfang machte der Vergleich eines Weißburgunder Spätlese trocken der Jahrgänge 2021 (Opa) und 2025 (Enkel). Über Grauburgunder
ging die Reise weiter zu einem knackig, modern ausgebauten Klingelberger 25er Spätlese trocken mit 8,1 g/l Säure und 3,4 g/l Restzucker versus eines 20er Klingelberger Spätlese 1782 des Opas mit entsprechend weniger Säure von 5,3 g/l aber höherem Restzuckeranteil von 5,1 g/l. Natürlich durfte
beim Rotwein-Männle anschließend ein Spätburgunder Vergleich zweier 2020er Spätlese trocken mit und ohne Barrique-Reifung nicht fehlen.
Die Anwesenden waren sich einig: Der Enkel brauche den Vergleich mit seinem Opa nicht zu scheuen! Max konstatierte, sich über die nächsten Jahrgänge auch noch weiter ausprobieren zu wollen und auch neue Trends im Nachfrageverhalten der Konsumenten berücksichtigen zu wollen.
Man darf deshalb auf die kommenden Jahre sehr gespannt sein.
Bevor sich Klaus-Peter Mungenast für den gelungenen Abend bedankte und Max und Silvia Männle für die Zukunft alles Gute wünschte, kredenzte Frank Palmer zum Schluss einen Gorgonzola mit einer weiteren Durbacher Legende, einer Gewürztraminer 19er Auslese.
Rudi König
25.10.26
